Der Handwerker beharrt halsstarrig auf seinen Preisvorstellungen. Es ist dunkel in dieser Wohnung, in die es mich zurückverschlug. Wohnte ich nicht vor Jahrzehnten hier? Egal, ich muss mich der Herausforderung stellen. Der Putz ist einfach überall feucht, und ich kann nicht auf einen Schwelbrand hoffen, der ihn austrocknet. Der Handwerker sitzt vor mir am Tisch, ich stehe hinter ihm und sehe, wie er, Beweiskraft unterstellend, auf das Papier schlägt, auf das er mit Bleistift seinen schludrigen Kostenvoranschlag gekritzelt hat. „Das ist doch alles lächerlich!“ sagt eine sonore Stimme hinter mir. Ich wende mich um. Der Bundeskanzler liegt immer noch wie ein schwelgender Römer hinter mir auf dem Kleiderschrank und lächelt verschmitzt. „Der hat gut lächeln!“ denke ich, „bei ihm geht’s immer gleich um Milliarden, aber unsereins muss um jeden Groschen kämpfen!“ Hin und hergerissen zwischen Handwerker und Kanzler bin ich wütend auf den einen, schäme mich vor dem anderen. Wie geriet ich in diese ausweglose Zwickmühle?